Mittwoch, 15. April 2009

We are Family

Ein Text aus Niederösterreich wurde mir zugespielt:

Grüne Konter in Niederösterreich

Grüne PolitikerInnen wie Sburny, Brosz, Huber haben eines gemeinsam, sie entstammen dem System Niederösterreich.In dem Bundesland regiert seit ewiger Zeit die ÖVP, die kann es sich richten, wie sie will und die aussichtlosen Oppositionellen brauchen sich nicht groß anzustrengen, ein paar Stimmen und Pöstchen fallen ja immer für sie ab. Eine grüne Strategie in diesem Land ist nicht vorhanden.
Es regiert ein Familienclan, der sich eine Günstlingswirtschaft mit einem fein austarierten Belohnungs- und Bestrafungssystem ausgedacht hat. Als Belohnung gibt es "Informationen" und Pöstchen, als Bestrafung gibt es Auflaufenlassen, Marginalisierung und Ausgrenzung.

Spitzenpolitiker ist Dieter Brosz, seit 1999 im Nationalrat nicht durch Redebeiträge auffallend, dafür aber als "Parteistratege" geltend. In Niederösterreich regieren Geschäftsführer Thomas Huber und sein Assistent Paul Souschill die Landespartei mit eisernem Besen. Thomas Hubers Frau, Helga Krismer, ist die Nr.2 in der grünen Landtagsfraktion. Da wollte Paul Souschill nicht abseits stehen und hat seine Ehefrau Tanja Windbüchler-Souschill ebenfalls auf einen Versorgungsposten im Nationalrat gesetzt.

Zur Landtagswahl 2008 trat man mit der abgewirtschafteten Spitzenkandidatin Madeleine Petrovic an, die in den 90er Jahren als Bundessprecherin gescheitert war. Die schizophrene Werbelinie lautete "Damit Kontrolle mitregiert, Madeleine Petrovic in die Landesregierung". Es gab einen Stimmenverlust, bzw. ein Stagnieren bei der Stammwählerschaft.

Auf dem darauffolgenen Plenum mit Wahl von Geschäftsführer und Landesvorsitzender zeigten sich erste Risse. Landesgeschäftsführer Huber bekam einen Gegenkandidaten, der trotz farbloser Rede ein Drittel der Stimmen absahnen konnte und Madeleine Petrovic mußte mit 80 % Zustimmung zufrieden sein. Bei einer zum Teil lebhaften Debatte wurde dem Plenum ein Feedbackprozess angeboten, in dessen Verlauf, alle, die wollten, ihre Kritik und Verbesserungsvorschläge einbringen konnten. Dies geschah in einer moderierten Debatte bei einer Tagung in St. Pölten, an der ein großer Teil der Mitglieder teilgenommen hat. Die Ergebnisse wurden unkommentiert auf einem Stapel Papier festgehalten, dieses Papier wurde an die Teilnehmer versendet und anschließend wurde von Landesgeschäftsführer Huber weiter gemacht, wie bisher. Alibiveranstaltung ist Alibiveranstaltung.

Eine Neuwahl des Nationalrats mußte im Jahre 2008 im Herbst angegangen werden. Dies traf das grüne Establishment wie ein Schlag, denn man hatte doch erst 2006 eine Nationalratswahl geschlagen und die 4 Wochen Arbeit hätten ja für 4 Jahre gemütliches Oppositionsdasein reichen sollen. Entsprechend lustlos agierte man im Wahlkampf, in den man mit Dieter "Schlaftablette" Brosz und mit der jungen Kandidatin Tanja Windbüchler-Souschill zog. Die Umstände der Kampfabstimmung Tanja Windbüchler-Souschills trieben die Partei an den Rand der Spaltung, entsprechende Meldungen in der Presse werden reflexartig als "Die Zeitungen wollen schlecht über uns schreiben" abgetan.

Hätte man gedacht, daß sich nach der Nationalratswahl, die mit einer schallenden Ohrfeige für die Grünen endete, die Verhältnisse in NÖ konsolidieren, da keine weiteren Entscheidungen anstehen, so hat man sich getäuscht. Die Causa Voggenhuber bringt neue Diskussionen auf.

Gegenbewegungen organisieren sich immer zahlreicher, es sieht so aus, als wäre die Ära Brosz-Huber-Sburny zu Ende. Was aber kommt danach?

Ich hab noch 'ne Leseliste zusammengestellt:
Grüner Familienbetrieb
Grüne Intrigen im flachen Land
Polit-Karriere zu Ende: Grüne Weinzinger nicht wiedergewählt
Grüne feuern Mitarbeiter
"Er ist das schwarze Loch"

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Der Text ist ursupi. Das, was er beschreibt, nicht.

Anonym hat gesagt…

Dies geschah in einer moderierten Debatte bei einer Tagung in St. Pölten, an der ein großer Teil der Mitglieder teilgenommen hat: gehört korrekter Weise ergänzt: AUSGESUCHTER MITGLIEDER


der Rest wurde schließlich nicht einmal ansatzweise informiert

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